Wie kam es zum Bau des Gemeindezentrums Lautlingen?

Als ich 1954 nach Lautlingen kam, fand der evangelische Gottesdienst jeden zweiten Sonntag im Kindergartenraum des katholischen Schwesternhauses statt. Die Gottesdienste hielt damals Pfarrer Gläsle aus Laufen, der auch den Kindergottesdiensthelfer Richard Stotz mitbrachte. Öftere Gottesdienstbesucher waren auch die von Stauffenbergs.

Nach der Erkrankung von Pfarrer Gläsle kam Vikar Johannes Lippert als Seelsorger nach Laufen, der bald darauf Pfarrer wurde. Mit ihm bin ich mehrere Sonntagnachmittage in Lautlingen bei den evangelischen Gemeindegliedern mit der Bitte um Spenden für den Kauf eines Grundstücks für ein Gemeindehaus in Lautlingen unterwegs gewesen.

Umfangreiche Renovierungen im Schwesternhaus erforderten für uns ein Ausweichen in den nebenan befindlichen Kindergarten für einige Gottesdienste. Da diese Lösung behördlicherseits nicht zulässig war, mussten wir erneut umziehen. Dieses Mal in den Vereinsraum in der Turnhalle. Zwischenzeitlich drängten wir nun verstärkt auf den Bau eines Gemeindehauses. So fuhren wir als Kirchengemeinderat zum Oberkirchenrat nach Stuttgart. Von Finanzrat Metzger erfuhren wir, dass der Oberkirchenrat von uns wünscht, einen Bauplatz in Lautlingen möglichst nahe an Margrethausen zu kaufen, da in Zukunft die evangelischen Gemeindeglieder aus Margrethausen zur Kirchengemeinde Laufen-Lautlingen gehören sollen. Finanzrat Metzger forderte uns noch auf, nach Rheinfelden-Karsau zu fahren und ein dort in Fertigbauweise erstelltes Gemeindehaus, dessen Bauweise für Lautlingen richtig wäre, zu besichtigen. Nach erfolgter Besichtigung und Einverständniserklärung zum Bau dieses Typs von Gemeindehaus beim Oberkirchenrat in Stuttgart durch den Kirchengemeinderat Laufen war der Weg frei. Nach der Baulandumlegung konnten wir das Grundstück in der Eisentalstraße kaufen. Im Sommer 1977 rückte der Bagger an, aber schon nach kurzem Arbeitseinsatz mussten wir feststellen, dass eine etwa 50 cm dicke Schieferplatte im Winkel von ca. 45° mitten in der erforderlichen Baugrube anstand. Zunächst bedeutete dies Baustopp und Einholung einer erweiterten Baugenehmigung sowie Kostenerhöhung um 55.000 DM.
Die Genehmigung konnte unser Bauleiter, Architekt Schön aus Dotternhausen, innerhalb einiger Tage erreichen. Die Fertigteile waren in kurzer Zeit aufgestellt. Die Außenarbeiten dauerten natürlich etwas länger, aber am 1. Advent, dem 27. November 1977, konnten wir unser Gemeindezentrum einweihen.

Mitwirkende waren: Der Posaunenchor Laufen unter der Leitung von Martin Jetter, der Kirchenchor Laufen unter Leitung von Eberhard Pfefferle, Pfarrer Erich Alt, Dekan Nill und die früheren Amtsinhaber in Laufen Pfarrer Johannes Lippert und Pfarrer Martin Waldbaur.

Die Gesamtkosten beliefen sich auf 746.000 DM und sind längst bezahlt.
Wir danken Gott, dass bei der Erstellung des Gemeindezentrums kein Unfall geschah und sind sehr dankbar, unser eigenes Haus zu haben.

Horst Eckert